Soziale Innovation GmbH

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Die Soziale Innovation GmbH ist Unterzeichnerin der Charta der Vielfalt, einer deutschlandweiten Initiative zur Förderung von Vielfalt in Unternehmen.

18.02.11

Qualifizierungsinitiative in der bremischen Logistikwirtschaft (QualiLog)



Ausgangslage


Mit rund 115.000 Erwerbstätigen hat die Logistik in der Region Bremen-Oldenburg eine Schlüsselfunktion. Im Regionalvergleich der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten liegt der Anteil des Logistiksektors mit 11,3 % in dieser Region mehr als Drittel über dem Bundesdurchschnitt! Die bremische Logistikwirtschaft ist im Wesentlichen klein und mittelständisch geprägt. Darüber hinaus gibt es einige wenige Großbetriebe. Zu einem Charakteristikum der Branche gehören die sehr hohen kundenseitigen Flexibilitätsanforderungen, zeitlich als auch kapazitätsbezogen. Dies beinhaltet z. B. die kurzfristige Verschiebung von Lieferterminen, kurzfristig veränderte Kundenanforderungen, dauerhafte und kurzfristige Verfügbarkeit o. ä. Die Arbeit findet rund um die Uhr und an 365 Tagen im Jahr statt.
Die Logistik ist ein beschäftigungsintensiver Sektor im Land Bremen und wird dies auch perspektivisch bleiben. Für die Betriebe wird es jedoch aufgrund der demografischen Veränderungen immer schwieriger, geeignetes Personal zu finden. Die Branche wird darauf in zweifacher Weise reagieren müssen:

  • Entwicklung der Potentiale der vorhandenen Belegschaft durch systematische, kontinuierliche Ermittlung der Qualifizierungspotentiale und -wünsche,
  • Einsatz von Lehr- und Lernformen für Beschäftigtengruppen, die bislang eher nicht im Fokus standen.

Darüber hinaus verändern technische Neuerungen, verstärkte Kooperationsbeziehungen und insgesamt gestiegene Anforderungen an die Qualität
die Arbeit im Logistiksektor. Dies erfordert Qualifizierung auf allen Beschäftigtenebenen.

Zusammenfassend heißt dies: Einerseits verlangen steigende Anforderungen und komplexere Technik qualifiziertere Belegschaften, andererseits wirken die geringe Planbarkeit der Arbeit(szeiten) und die hohen Flexibilitätsanforderungen der Branche als Weiterbildungsbremse. Standardisierte Weiterbildungsangebote erfüllen die Bedarfe der Branche weitestgehend nicht. Weiterbildungsangebote müssen sowohl den Bedarfen der Betriebe als auch der Beschäftigtengruppen Rechnung tragen.


Ziele und Handlungspakete

 

Das Projekt hat sich vor dem Hintergrund der beschriebenen Ausgangslage folgende Ziele gesetzt und Handlungspakete definiert:
Auf der regionalen Ebene geht es vor allem um die dauerhafte Etablierung von Kooperations- und Netzwerkstrukturen, die helfen, die Bildungsbedarfe der Branche auf hohem Niveau und proaktiv zu bewältigen. Dies beinhaltet konkret:

  • Abschätzung der inhaltlichen, qualitativen und quantitativen Bildungsbedarfe der Branche im Allgemeinen,
  • Schaffung von Bildungspartnerschaften zwischen Bildungsanbietern und Betrieben,
  • Öffnung von Weiterbildung auch für formal nicht qualifizierte Beschäftigte mit dem Anspruch, Exzellenz in der Kompetenz nicht nur für die Hochqualifizierten zu realisieren, sondern für alle Beschäftigtengruppen,
  • Entwicklung und Erprobung neuer, bedarfsgerechter Qualifizierungsangebote.

Auf der betrieblichen Ebene geht es um die Befähigung der kleinen und mittleren Unternehmen zur systematischen Personalentwicklung sowie die Entwicklung und den Einsatz geeigneter Bildungsmaßnahmen. Dies beinhaltet konkret:

  • Systematische Qualifikationsbedarfsermittlung und Qualifizierungsplanung,
  • Entwicklung zielgruppenadäquater Bildungsangebote (Lernmethoden, Lernzeiten, Lernorte),
  • Umsetzung von Qualifizierung für alle Beschäftigtengruppen,
  • Schaffung von Bildungspartnerschaften zwischen Betrieben
  • Professionalisierung des „Lernortes Betrieb“.


Zielgruppe

 

Alle Mitgliedsunternehmen des UBH können sich an QualiLog beteiligen. Weiterbildungskosten - sei es für die Schulung von gewerblichen Beschäftigten oder für die Weiterbildung der kaufmännischen Angestellten - können im hohen Maße erstattet werden.
Das Projekt wendet sich an alle Beschäftigtengruppen; somit können auf diesem Wege auch Personengruppen, die bisher vielleicht nicht im Fokus von Weiterbildung standen, profitieren: An- und Ungelernte, Teilzeitbeschäftigte, Schichtarbeiter/innen.

Ansprechpartner/innen

Helen Schulte-Muschkiet



Projektpartner

 

Dieses Projekt ist ein Gemeinschaftsprojekt der Sozialpartner UBH (Unternehmensverband Bremische Häfen e.V.) und ver.di unter Federführung von ma-co. Die Soziale Innovation ist als Projektpartner beteiligt.

Förderung/Auftraggeber

 

Das Projekt wird im Rahmen des Programms „weiter bilden“ durch das Bundesministerium für Arbeit und Soziales und den Europäischen Sozialfond gefördert.

Download:   Projektflyer