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Die Soziale Innovation GmbH ist Unterzeichnerin der Charta der Vielfalt, einer deutschlandweiten Initiative zur Förderung von Vielfalt in Unternehmen.

02.12.10

Work-Life-Balance in der Logistik


Neue Chancen für Arbeitssuchende und Beschäftigte durch flexible und familienfreundliche Arbeitszeiten


 

Ausgangslage

 

Die Logistik zählt zu einer der Zukunftsbranchen in NRW, die perspektivisch Beschäftigung aufbaut. Nicht nur Fachkräfte werden gesucht. Auch für Un- und Angelernte bietet die Logistik gute Einstiegs- und dauerhafte Beschäftigungsmöglichkeiten. Trotzdem bleiben Stellen unbesetzt. Ein Grund dafür liegt in der mangelnden Attraktivität der Arbeitsangebote. Gleichzeitig bleiben auf Unternehmensseite (bisher) bestimmte Arbeitsmarktgruppen unberücksichtigt. Das gilt insbesondere für (potenzielle) Beschäftigte mit Familienpflichten.
Viele Logistikunternehmen arbeiten im Schichtbetrieb, oftmals mit sehr kurzfristigen Anforderungen im Hinblick auf Schichtverlängerungen oder auch -verkürzungen. Daher werden i. d. R. Mitarbeiter/innen in Vollzeit, mit einer hohen zeitlichen Verfügbarkeit und Flexibilität gesucht. Zeitliche Flexibilitätsanforderungen werden somit direkt an die Beschäftigten weitergereicht, wodurch die Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben erschwert wird.

Ziele

 

Ziel ist es, zu einer Optimierung der Arbeitsbedingungen in der Logistik beizutragen, damit einhergehend Veränderungsprozesse in der Unternehmenskultur anzustoßen und, nicht zuletzt, auch das Branchenimage in Richtung einer Work-life-balance-Orientierung zu verbessern.
Mit flexiblen, familienfreundlichen Arbeits(zeit)angeboten und zusätzlichen flankierenden Maßnahmen wollen wir erreichen, dass Beschäftigungshürden abgebaut werden und somit für Unternehmen und Beschäftigte eine win-win-Situation entsteht.
Für arbeitslose und arbeitssuchende Frauen und Männer mit Familienpflichten bedeutet das die Schaffung neuer Erwerbsperspektiven und -möglichkeiten. Für bereits beschäftigte Mitarbeiter/innen in der Logistik sollen Arbeitsbedingungen verbessert werden, so dass sie auch in unterschiedlichen Lebensphasen ihre Beschäftigung und berufliche Entwicklung im Unternehmen fortführen können.

Zielgruppe

 

Zielgruppe sind arbeitslose und arbeitssuchende Frauen und Männer sowie Beschäftigte in Logistikunternehmen. Die konkrete Entwicklung und Umsetzung familienfreundlicher Arbeitszeiten und der flankierenden Maßnahmen erfolgt in Zusammenarbeit mit Logistikunternehmen.

Methodisches Vorgehen

 

1. Befragung von arbeitslosen Frauen
In einem ersten Schritt werden 10.000 arbeitslose Frauen befragt. Ziel ist, auf Seiten der Befragten zeitliche Ansatzpunkte und Einsatzmöglichkeiten zu identifizieren, anhand derer eine Weiterentwicklung der Arbeitsangebote und Rahmenbedingungen in Unternehmen der Logistikwirtschaft erfolgen kann.

2. Info-Kampagne
Die Befragungsergebnisse werden in einer Broschüre dokumentiert und im Rahmen von Info-Veranstaltungen Unternehmen präsentiert. Damit soll die Sensibilität für eine familienfreundliche Arbeitszeitgestaltung geweckt und Pilotunternehmen ausgewählt werden.

3. Arbeitszeit-Check „Familienfreundlichkeit“
Anhand der Befragungsergebnisse und der Erfassung der zentralen zeitlichen Anforderungen in Logistikunternehmen wird ein Arbeitzeit-Check „Familienfreundlichkeit“ entwickelt. Mit dem Check sollen insbesondere Unternehmen mit hoch flexiblen Arbeitssystemen ihre Arbeitszeitregelungen selbst überprüfen können.

4. Entwicklung und Erprobung von familienfreundlichen Arbeits(zeit)angeboten
In den teilnehmenden Logistikunternehmen werden im Rahmen eines beteiligungsorientierten Beratungsprozesses familienfreundliche Arbeitszeitregelungen für Personen entwickelt und eingeführt, die einer Erwerbstätigkeit nur zeitlich eingeschränkt nachgehen können. Der Beratungsprozess gliedert sich in folgende Schritte: Ist-Analyse, Zieldefinition, Entwicklung von Modellen/Regelungen, Umsetzung und Erprobung, Überführung in den Dauerbetrieb.

5. Besetzung von Stellen/Maßnahmen der Qualifizierung
Offene Stellen werden mit vormals arbeitslosen Frauen und Männern besetzt. Notwendige Qualifizierungsmaßnahmen werden – bei Bedarf– angeboten und durchgeführt.

6. Unterstützungsmaßnahmen
Flankierend werden die Unternehmen bei der Führung von Mitarbeiter/innen mit neuen und für sie ungewohnten zeitlichen Anforderungen beraten. Gleichzeitig werden auch die (neuen) Beschäftigten bei der Organisation von Beruf und Familie unterstützt.

Das Projekt wird durch entsprechende Informationsmaterialien und Pressearbeit der (Fach-)Öffentlichkeit vorgestellt.

Ansprechpartnerinnen

 

Anke Metzen

Projektpartner

 

Bundesagentur für Arbeit - Agentur für Arbeit Dortmund, Bundesagentur für Arbeit - Agentur für Arbeit Hamm, Einzelhandelsverband Westfalen-Münsterland e. V., ver.di Bezirk Dortmund, DGB Region Dortmund Hellweg

Förderung / Auftraggeber

 

Das Projekt wird durch das Land NRW (Ministerium für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport des Landes Nordrhein-Westfalen) und aus Mitteln der Europäischen Union (Europäischer Fonds für regionale Entwicklung) gefördert.

Download:   Kurzzusammenfassung   Broschüre   Broschüre Praxisbeispiele